20.08.2010 00:35 Uhr, von Andreas Veljkovic
31. März 2010
Welcome to the jungle! So langsam bin ich angekommen, in dieser völlig anderen Welt.
Huargh! Wie ich sehe, ist die Mauer vor meinem Fenster wohl ein Eidechsenklo –
die lassen sich grad nämlich tierisch gehen :).
Waren gleich kurz etwas einkaufen, Brot, Eier, nen Sack Reis
und endlich ne Zahnbürste + Pasta dazu… was für ein Luxus!
Haben heute eine kleine Tour durch Banjulinding gemacht und n paar Leute besucht. Unter anderem Seringh, der aber leider nicht da war … sind dann nach kurzem Smalltalk weiter zu Sonkoh, dessen Junge durch Charly in die Schule gehen kann.
Haben ihm und einer älteren Dame, die zufällig zu Besuch kam, nen Sack Bohnen und Steckzwiebeln - die roten ;) - zum einpflanzen gegeben…Beide waren überglücklich und dankbar.
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Auf dem Weg zur nächsten Station, dem Nachbarort Lamin, haben wir natürlich viele Bekannte von Charly getroffen und mussten alle paar Meter anhalten für einen kleinen Tratsch und ich konnte auch ein paar nette Bilder knipsen. In Lamin haben wir dann die Familie Drammeh besucht, denen Charly auch Teile des Hauses dazugebaut hat. Dem Familien Ältesten haben wir ein paar Vitamine mitgebracht und den zwei Jungs, die Charly in die Schule schickt, noch die Fahrräder für den langen Weg zur Schule repariert.
Heut wars n sehr komischer Tag, sehr heiß, diesig und dazu kamen noch Kopfschmerzen und Müdigkeit – also alles in allem recht anstrengend – überdeckt aber von den Erlebnissen.
Denn was wir bei der nächsten Familie sahen, war sehr erschreckend.
Familie Sidy – unglaublich nett. Zwei Mädchen hat Charly hier in der Schule – doch die Unterkunft in der bestimmt ca. 10 Personen wohnen mussten, war kurz vor dem Zerfall. Beide Seiten des Hauses waren in der Mitte quasi auseinander gebrochen und demnach enorm einsturzgefährdet. Natürlich hat Charly kurzerhand entschlossen, Mittel für eine Renovierung bereit zu stellen. Es wurde besprochen, welche Menge an welchen Materialien und wie viele Arbeitskräfte man benötigt, damit man in den nächsten Tagen umgehend mit der Renovierung anfangen konnte.
Man hat der alten Dame angesehen, dass sie nicht glauben kann, dass ihr Haus nun renoviert wird und sie nicht mehr mit Angst einschlafen müssen.
Was man hier teilweise zurückbekommt lässt sich einfach nicht in Worte fassen!
Nachdem alles geklärt war, machten wir uns auf den Heimweg … kehrten aber noch kurz bei einer weiteren Familie ein. Man machte sich sorgen um einen Jungen, den Charly auch in der Schule hat, dieser war schon länger nicht mehr fähig gewesen, dort hinzugehen. Er hatte ständige schmerzen in Knochen und Gelenken. Trotz Medikamente die der Junge nach einem Arztbesuch bekam ging es ihm nicht besser. Leider deutete alles auf eine „einfache“ Unterernährung hin. Da wir aber weder Diagnosen geben, noch Medikamente verschreiben dürfen, konnten wir der Familie nur ein paar Tipps geben, auf was sie bei der Ernährung achten sollen.
Wie ihr seht, kann man hier keinen Tag im Voraus planen, zwar hat Charly schon eine gewisse Route, aber was auf diesem Wege noch so auf uns zukommt, wissen wir eben nicht.
Lasst euch überraschen, wies weitergeht!
Danke fürs Lesen
Euer Anda