Erfahrungsbericht #4 - Good morning Gambia

Vorab - hier gibts die Bilder zur Story
29. März 2010

Wir haben’s jetzt 8.30 Uhr. Heisst also nach all dem Wirrwarr ca. 2-3 Stunden Schlaf – muss reichen!
Was ich noch zu Gestern/vorher sagen muss – dass das ganze so bescheiden anfängt, hätte ich nie gedacht. Tasche weg, Stressnasenbluten da!
Zum Glück wurde ich von unserem Gastgeber mit nem Moskitonetz ausgestattet und konnte mir somit die Viecher vom Hals halten!

Holla die Waldfee! Wie soll ich so viele Eindrücke auf einmal in Worte fassen?!
Nach dem Frühstück (übrig gebliebenes, trockenes Brot vom Flughafen), gings mit nem Bustaxi (siehe Video) nach Brikama.
Dort herrschte wildes Treiben. Bunt, laut, schrill kombiniert mit staubiger Hitze.
Vorbei an knorrigen Affenbrotbäumen und alten, verrosteten Wellblechzäunen, kamen wir nach nem kleinen Fußmarsch bei der Familie Bah an.
Dieser Familie wollte Charly ein Haus bauen. Leider hat Mr. Bah, von den benötigten 5000 Steinen nur knapp 3500 geschafft zu fertigen.
Da die Häuser statt mit Zement oft mit günstigen „Mudblocks“ (das sind selbstgeformte Steine aus Lehm – häufig auch einfach der Boden des eigenen Anwesens) gebaut werden,
wäre ein unfertiges Haus in der Regenzeit einfach „weggeschmolzen“.

Somit musste der Hausbau aufs nächste Jahr verschoben werden.

Unbeschreiblich wie die Menschen hier leben oder leben müssen.
Eine Großfamilie, viele Kinder, eine sehr bescheidene Behausung, etwas angepflanztes Gemüse und ein paar Früchte zur Eigenverpflegung.
Wasser wird mit der Schubkarre oder mit dem Esel geholt. Palmöl wird aufwendig selbst hergestellt.
Nach Besichtigungen, Palmölpressversuchen und interessanten Gesprächen hat Charly die Herrin des Hauses noch im Gambischen Mercedes-Benz herumgefahren (siehe Video)
dann sind wir langsam auch wieder zurück nach Banjulinding, um Seringh „Hallo“ zu sagen.

Seringh bekam von Charly die Bananenplantage finanziert, diese wurde noch ummauert.
Eine Küche, Türen für das Haus und eine Batterieladestation, um etwas Geld zu verdienen, wurden auch erstanden.
Für diese Verhältnisse ist es schon ziemlich gut hier – es wäre auch ne Option zur Übernachtung gewesen,
allerdings sind hier so viele Kinder, wirklich unheimlich viele, das wollte Charly nicht noch mal mitmachen. Alle paar Meter hört man aus irgendeinem Eck kleine Kinder „Hello Toubab“ („Hallo weißer Mann“ ) rufen.
Nach n bisschen Smalltalk, ob ich Charlys Sohn sei, verwirrung um meinen Namen (man nannte mich “Henry”) und Besichtigung des Gartens, haben wir dann zu Abend gegessen (Reis, Kassawa und Fisch - super) und danach Attaya (lange gekochter, grüner Tee mit viel Zucker und Pfefferminze) getrunken.

Langsam aber sicher wurden wir dann auch allmählich müde.
Zu Fuß (cool, nur ca. 10 Minuten) ging es dann nach Hause.
Hatte mal wieder null Orientierung :D.
Daheim haben wir dann erstmal den Tag sacken lassen und uns noch mit Sulayman und Modou etwas unterhalten und ausgetauscht.

Nach dem misslungenen Start, hätte der Einstieg in das Leben der Menschen in Gambia nicht typischer und realer sein können und hat jetzt schon für all das entschädigt – es geht auch ohne Gepäck ;)

Bin gespannt, was mich noch so alles erwartet.

...to be continued…

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